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2016 Einbandgestaltung
     und Foto: Stefan Jahnke

 

Hintergründe - Unterdrückt

 

Wann haben Sie das letzte Mal ein Versprechen gebrochen?
Natürlich ist diese Frage ein Schock. Und jedes Mal, wenn ich sie auch jungen Menschen stelle, die gerade in meine Vorlesungen treten, mich so kennenlernen, ernte ich wieder scheele Blicke, tuschelt man im Hintergrund, ohne wirklich zu einer Antwort bereit zu sein. Dabei ist es doch wichtig, sich an Abmachungen zu halten.

Im Mittelalter galt derjenige ohne Ehre, auf den man sich nicht verlassen konnte. Natürlich ließen sich auch einige nicht erwischen. Und doch wurden zum Schluss manche Schurken für unsere heute so oberflächlich denkende Welt zu leuchtenden Helden.

Die Geschichte der Birken ist eine sehr widersprüchliche, die man nur verstehen kann, wenn man sich intensiv mit jener Zeit und natürlich den einzelnen Personen ihrer Historie beschäftigt. Aus heutiger Sicht kamen sie nur durch einen Zufall zu Geld und Macht, ohne die es im heutigen östlichen Sachsen manches nicht gegeben hätte, und verloren sie später eben darum wieder.

Frantisek Procházk, Archivar in Liberec 2011, geboren in Böhmisch Leipa

 

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Die Geschichte ist immer die Geschichte der Sieger. Das heutige östliche Sachsen muss dies leider besonders hart spüren, denn seine Geschichte wurde nach aktuellen Erkenntnissen von den jeweiligen Siegern völlig umgeschrieben. Gerade die Vergangenheit der Birken, einer alte Dynastie, aus Dauba/Dauben kommend und später angeblich ausgestorben, wurde mehrfach bis zur Unkenntlichkeit verändert. Trotzdem unternahm ich in diesem Buch den Versuch, mögliche Quellen den Umständen entsprechend einzubeziehen und die Geschichte ein wenig durchsichtiger zu gestalten. Sollten dabei Fehler unterlaufen sein, bitte ich, diese zu entschuldigen. Aber vielleicht ist auch die entgegengesetzte Quelle nur geschönt? Natürlich können beschriebene Ereignisse durch Zufall bekannt erscheinen und passierten doch zu ganz anderen Zeiten. Geschützte Marken und Namen dienen nur zur Erklärung und werden nicht beansprucht. Benannte Ämter und Institutionen, die sich eventuell aufgrund ihrer Aufgabengebiete erkennen, mögen ihre Nennung verzeihen. Es ist bekannt, dass sie in der Regel nicht so arbeiten wie hier beschrieben!
Gestatten Sie bitte die Freiheit des Literaten!

Für meinen Sohn, der mit wachsender Begeisterung manche Burg gemeinsam mit mir erkundete und dabei Einblicke in Zeiten erhielt, die aus geschichtlicher Sicht gar nicht so weit zurückliegen müssen, uns jedoch sehr fremd, unbekannt und unendlich fern erscheinen, da wir manchmal dem Märchen um einiges näher sind, als der Realität.

Ich danke Herrn Privatarchivar Procházk, Archiv Horowa, Reichenberg und Leipa, für die unerwarteten und interessanten Einblicke in die wenigen Überlieferungen zu den Birken, ihren vielen Freunden und Verwandten. Fiktion ist keine Illusion!

 

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Als ich in den beginnenden neunziger Jahren erstmals die Gelegenheit bekam, mich auf die Spuren der mir bisher völlig unbekannten Birken auf heute ursächsischem Gebiet zu begeben, dachte ich noch, ich fände einen kleinen Geschichtsteil, der vielleicht bedeutend oder auch unbedeutend ist, aber zumindest nicht zu viele interessante und für mich neue Erkenntnisse bereithält.

Fasziniert musste ich schon während der Entstehung meines historischen Romans 'Felssturz' feststellen, dass ich etwas lostrat, was ich mich bis heute nicht loslässt, vielmehr gar schon Studien bedingte, die einen längeren Romanzyklus gestattet, der in den nächsten Monaten und Jahren entstehen wird und der besonders auch die Rolle der Birken als Templer oder gar als Mitbegründer der macht dieses vom Papst zugelassenen und doch auch wieder aufgehobenen Ordens betrachtet.

Die hier vorliegende Geschichte ist neben meinen Studien auch dem geschuldet, das bis heute weitestgehend ungeklärt scheint, wie die Familie Berka von der Duba im 13. Jh. durch Franken auf Befehl der Mark Meißen besiedelte Gebiete besitzen konnte, wo doch gerade die Markgrafen und Bischöfe von Meißen stets darauf achteten, ihren Einflussbereich zu vergrößern, statt ihn an Nachbarn abzugeben.

Entstanden ist ein Roman, der selbst mich immer noch fasziniert, denn er zeigt auf, mit welchen Mitteln auf allen Seiten damals gekämpft und auch betrogen wurde. Dass der Mensch dabei wenig zählte, ist allgemein bekannt. Vielleicht bleibt trotzdem im Dunkeln, wie es wirklich war. Aber vielleicht, und das ist meine Überzeugung, nicht so anders, als von mit recherchiert und beschrieben.

Lesen Sie selbst!

Ihr

Stefan Jahnke

 

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