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Interview des Online-Magazins ‚LitNews' mit Stefan Jahnke

 

Da das Online-Magazin LitNews Ende Februar 2010 seinen Betrieb einstellte erlaube ich mir, das Interview weitestgehend im Original wie es mir bekannt gegeben wurde auf meiner Webseite wiederzugeben.
Unter folgendem Link können Sie eine *.pdf-Datei herunterladen, die den letzten Stand des Interviews inkl. der Vor- und Nachspannseiten des ehemaligen Online-Magazins ‚LitNews' wiedergibt.

 

veröffentlicht im Januar 2010  

LitNews: Verraten Sie uns ein wenig über Ihr familiäres und persönliches Umfeld?
Stefan Jahnke: Ja, natürlich gern. Geboren bin ich in Dresden. Das war 1967. Damals hatten wir tiefste DDR-Zeit und es war nicht immer einfach für meine Familie. Doch vielleicht hat genau das mich auch geprägt, denn selbst wenn man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, so ist der Zusammenhalt in unserer Familie immer sehr groß gewesen… was sich zum Glück auch in meiner Ehe fortsetzt. Und damit ist es schon klar… ich bin verheiratet – erst oder schon seit 1995 – habe zwei Kinder und lebe in Dresden und Radebeul. Beides Orte, die sich nicht nur durch ihre Nähe, sondern auch durch ihre Besonderheiten, ihre Unterschiede ergänzen… in Dresden das quirlige Treiben einer kleineren Großstadt und in Radebeul die Ruhe eines ‚Vorortes', einer Gartenstadt mit ihren ganz besonderen Reizen

LitNews: Ihre Bibliographie ist sehr vielseitig. Bei so vielen unterschiedlichen Genres, läuft man nicht Gefahr, sich zu verzetteln?
Stefan Jahnke: Nein, ein Verzetteln kann da nicht aufkommen, denn alle meine Bücher haben mit meiner unmittelbaren Umgebung zu tun, auch mit meinem Leben. Denn besonders meine Reiseerzählungen, aber auch einige andere Dinge sind wahr. Ich bin der, der 1992 trotz sportlicher Schwächen vom ersten schneefreien Tag bis zum Herbst trainierte und sich dann traute mit dem Fahrrad durch Deutschland zu fahren… Dresden-Hamburg-Fürth-Dresden. Und ich bin auch der, der ewig im Moritzburger Teichgebiet nach dem Hohburgtunnel suchte, ihn dann fand und schließlich noch dort, am Tunneleingang, die ersten Seiten eben dieses Krimis ‚Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter' schrieb. Ich habe Menschen erlebt, die die Flut und die dann zur Verfügung gestellten Fluthilfsgelder ausnutzten, um sich gesund zu stoßen. Daraus entstand dann der Wirtschaftsthriller ‚Wasser'. Und ich suche noch heute interessante historische Begebenheiten, die bisher einfach niemand aufschreiben wollte.
So Vieles ist noch nicht geschrieben, wurde vielleicht auch nach dem letzten Krieg einfach ignoriert oder gar bewusst verdrängt und ist doch Bestandteil unseres Lebens… das Woher und Wohin sozusagen. Und so Viele sind an all dem interessiert. Gerade an den Zeiten 13. bis 15. Jahrhundert… Vertreibungspolitik und Etablierung eines Staates auf dem ehemaligen Gebiet der Slawen. Vielleicht auch ähnlich wie heute? Man lernt bei dieser Arbeit… oder auch durch sie… viele interessante Persönlichkeiten kennen. Mein historischer Roman ‚Felssturz' zum Beispiel rief den Genealogen der Familie von der Oelsnitz auf den Plan und seither sind wir in einem losen brieflichen Kontakt.
Interessante Fakten finden. Mit offenen Augen durch die Umgebung wandern, Geschichte in spannende neuzeitliche Themen kleiden. Bei Schwierigkeiten oder beim Erreichen der ‚großen Mauer des Schweigens' nicht aufgeben, sondern weiter ‚graben' und die Ergebnisse dann spannend zusammen stellen… das sind meine Bücher. Wobei die Spannung meist schon allein in der puren Geschichte liegt.
Die Einteilung in Genre… ja, die muss man irgendwann über sich ergehen lassen. Aber da sich eben alle meine Themen irgendwie durch mich, meine Erlebnisse, mein Umfeld und meine Region ergänzen, ist das alles ein großes Projekt, hat alles ein doppeltes und doch so einfaches Ziel… zu begeistern und zu informieren.

LitNews: Sie schreiben Historische Romane, Krimis, Wirtschaftsthriller und Reiseberichte. Gibt es ein Genre, in dem Sie niemals etwas schreiben würden?
Stefan Jahnke: Noch einmal: Nein! Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun. Ein gutes Kinderbuch über Geschichte oder die Zeit nach der Wende, eine Reise… das kann ich mir genauso vorstellen wie eine Biographie. Und wenn man vor einem Sonnenaufgang in den Bergen steht, dann kann man auch mal einen Reim, ein Gedicht verfassen. Oder eben mehrere. Manchmal ist das, was wir heute erleben, so unglaublich, das es vielleicht eher Stoff für einen Science-Fiction-Roman hergibt und manche Geschichten passen, obwohl sie direkt vor der eigenen Haustür geschehen sind, sicher besser in den Westen, den Wilden Westen. Da, wo der Sheriff noch einen Stern trägt und nicht von Betrunkenen angepöbelt wird ohne sich wehren zu dürfen.
Wichtig ist mir immer nur, dass ich mein Buch spüren kann, dass mir der Handlungsfluss nicht entgleitet, dass ich meine ‚Botschaft'… großes Wort… dass ich diese noch unterbringen kann. Dazu ist sicher jedes Genre recht. Und mal ganz ehrlich… leiden nicht viele Schauspieler unter einer Festlegung auf einen bestimmten Typ, mit dem sie vielleicht Erfolge feiern, aber nie warm werden konnten? Ich habe es gut. Ich kann die Story selbst schreiben. Und ich habe es noch besser. Das Leben hilft mir bei deren Erfindung… oder Entdeckung. Ein Genre ist wichtig. Aber der Inhalt ist weitaus wichtiger. Und dazu natürlich der Leser, der es liest. Nicht, weil da ‚Thriller' oder ‚Roman' drauf steht, sondern weil ihn der Klappentext interessiert… und vielleicht auch, weil es eben ein ‚Jahnke' ist.

LitNews: Und auch die umgekehrte Frage: Gibt es ein Genre, an dass Sie sich bisher noch nicht herangetraut haben, es gern aber einmal versuchen möchten?
Stefan Jahnke: Nicht herangetraut… nun, ich schreibe Geschichten, die immer einen gehörigen Funken Wahrheit enthalten. Mal geht es auf 100 Prozent rauf, mal runter auf zwanzig. Weniger kaum. Und wenn die Geschichte, der Stoff, die Handlung, der Inhalt… wenn auch nur etwas davon mich innerlich kribbelig macht, dann muss ich es schreiben. Ich schrecke nachts hoch, habe eine Idee, schreibe sie auf meinen nun schon ganz schön dicken Block neben dem Bett und versuche sie dann am nächsten Tag zu verarbeiten. Ja, ich träume meine Geschichten. Ich erlebe sie… noch einmal nach einer Reise… als wenn ich dabei war nach einer stundenlangen Recherche in alten Kirchenbüchern oder Archiven… weil mir Jemand etwas Ähnliches erzählt hat und ich es mir gut vorstellen kann… weil ich die Geschichte einfach gut, hoffentlich auch interessant und spannend finde.
Eine Biographie… stelle ich mir schwer vor, da man zu viele Menschen verletzen kann, weil sie vielleicht ein ganz anderes Bild von der zu beschreibenden Person haben. Aber machbar ist sicher alles. Und es sich noch einmal vor der Veröffentlichung überlegen… ja, das ist immer noch möglich.
Keine Angst… Offenheit für alles… das ist mein Motto bei der Themen- oder Genrewahl!

LitNews: Sie haben alle Ihre bisherigen Bücher bei der Books on Demand GmbH in Norderstedt veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen und wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit diesem Verlag?
Stefan Jahnke: Am Anfang stand die übliche Bewerbung bei gut zweihundert Verlagen. Zumindest haben die alle Ausschnitte aus meinem ersten Manuskript erhalten. ‚Draußen'… das soll vielleicht bald verfilmt werden. Mal sehen wie sich die interessierte Gesellschaft entscheidet! Und ich bekam leider von keinem einzigen Verlag auch nur eine Lesebestätigung, obwohl alle angaben, für eMail offen zu sein.
Dann kam die Phase in der das Buch längst fertig, aber auch dieses Kribbeln da war. Und so musste etwas geschehen. Also habe ich mir dann BoD in Norderstedt gezielt gesucht… es gibt ja unzählige Verlage mit ähnlichen Konzepten. Doch BoD überzeugte mich nicht nur mit Professionalität, sondern auch mit Angebot und Preis. Und so wurde veröffentlicht.
Die Zusammenarbeit ist natürlich sicher nicht wie bei einem der großen Verlage. Aber ich sage mir… wenn ich Bücher in den Handel bringen kann und sie auch noch gekauft werden… was will ich mehr? Zumal es gerade über diesen Weg viele Autoren geschafft haben, den Einstieg in die beruflich erfüllende Schriftstellerei zu finden.
BoD ist kein Notnagel. Bei weitem nicht. BoD ist ein Start. Und BoD bietet alles, was ein anderer Verlag auch bietet… nur eben mit Eigenkosten.
Das Gefühl, sein erstes eigenes Buch gedruckt in der Hand zu halten, die Qualität perfekt zu finden und den Service nicht zu vermissen… unbeschreiblich! Schade eigentlich, dass dies nur so wenige Autoren bei großen Verlagen erleben können und dürfen. Ich hatte dieses Glück… bei der Books on Demand GmbH in Norderstedt.

LitNews: Es gibt Autoren, die behaupten, Bücher von Books-on-Demand haben es im Buchhandel schwerer, als die anderer Verlage. Wie sieht aus Ihrer Sicht die Buchhandelsakzeptanz für Ihre Bücher aus?
Stefan Jahnke: Der Preis und die Verfügbarkeit des Buches… das sind die Knackpunkte. Leider sind die Buchhandlungen immer noch der Meinung, dass ein Taschenbuch nicht mehr als 10…14 Euro kosten darf und alles Andere keine Chance hat. Das erlebe ich jeden Tag, Leider! Ich klappere jedoch trotzdem Buchhandlungen in ganz Sachsen ab und versuche meine Bücher per Kommissionsverkauf dort verfügbar zu machen. Nicht leicht, aber erfolgreich. Wenn man dran bleibt. Nichts, wovon ich leben kann. Aber eben ein Anfang auf dem Weg zur größeren Bekanntheit.
Auch hat man es nicht gerade leicht, eine ordentliche Rezension in die örtliche Presse zu bekommen. In Dresden gerade bekommt man wenigstens noch ein Entschuldigungsschreiben, in dem aber ganz klar steht, das man gern auch Bücher über die Bestseller hinaus rezensiert, jedoch bei den ‚Zuschussverlagen' und allen, die nicht richtig groß sind einfach nichts tun kann… leider bekommt man dann auch sein eingereichtes Buch trotz beigelegtem Rückporto nicht zurück und soll trotzdem freundlich und zukunftsorientiert denken… nicht einfach.
Wer bei Demand-Verlagen veröffentlicht, der muss wissen, dass er entweder für Werbung viel Geld oder aber eine gehörige Portion Eigeninitiative mitbringen muss. Besser natürlich, man hat beides im Gepäck.
Das Gefühl, sein Buch nach einem längeren oder kürzeren Gespräch mit dem Buchhändler selbst in das Regal seiner Buchhandlung stellen zu dürfen… vielleicht noch schöner als eine Margenabrechnung eines Großverlages? Aber auch wenn ein Händler dann das Buch erst einmal in Kommission genommen hat… manchmal findet man es gar nicht im Laden… oder aber ganz hinten als Lückenfüller. Da helfen Testkäufer… oder solche, die einfach mal gezielt nach zwei, drei unbekannten Autoren fragen. Das fällt nicht so sehr auf und manchmal kommt das Buch dann sogar ins Schaufenster… also dran bleiben!
Wie bei allen Dingen… man muss wissen, worauf man sich einlässt. Und wenn man das weiß, dann ist es meines Erachtens unfair gegenüber dem Verlag, sich über ihn und sein Tun oder Nichtstun auszulassen.
Der Buchhandel geht immer mehr in Richtung Onlineverkauf. Und schon haben wir die Schranken nicht mehr, denn i.d.R. wird jedes Buch der Demand-Verlage auch in den gängigen 1.000 und mehr Online-Shops gelistet… und sicher nicht wie ein Bestseller, aber eben wie ein gutes Buch unter vielen anderen guten Büchern verkauft.

LitNews: Was tut Stefan Jahnke, wenn er nicht schreibt?
Stefan Jahnke: Lesen… nein, so einfach ist es nicht! Ich unterhalte ein kleines Büro für Projekt-, Qualitäts- und Finanzmanagement und baue zurzeit mit einem Partner aus NRW in Dresden eine Bildungseinrichtung auf, die sich… nicht mit dem Lesen und Schreiben… sondern mit Fort- und Weiterbildung im gewerblich-technischen Bereich beschäftigt.
Ansonsten nutze ich die günstige Lage meiner Heimatstadt, bin oft mit der Familie oder Freunden in den nahen Bergen unterwegs oder besuche Archive, Kirchen, alte Burgen und versuche, neuen Stoff zu recherchieren. Lernen… wir haben früher vom lebenslangen Lernen gesprochen. In meinem Sinne gilt das fort, denn ich will lernen um zu schreiben, auch um zu leben. Da ist kaum ein Unterschied zwischen ‚Job' und ‚Freizeit'.

LitNews: Auf Ihrer Homepage kann man sehen, dass Sie auch Lesungen abhalten. Für viele Autoren ist es ein Problem, so etwas zu organisieren. Verraten Sie ein paar Tipps?
Stefan Jahnke: Einfach anbieten. Die Demand-Verlage versenden gern auf Anforderung Rezensionsexemplare. Da kommt man nicht so sehr in die hohen eigenen Kosten und kann sich doch bei Bibliotheken und Institutionen vorstellen. Wenn dann das Buch auch noch zum Ort oder zum Kunden- und Hörerkreis passt, dann verwehrt einem kaum jemand den Zugang.
Wohnungsgesellschaften haben manchmal eine Halle für größere Veranstaltungen, Bibliotheken suchen Events, Buchläden wollen sich Bekanntheit verschaffen… und Autohäuser stellen sich, ihr Ambiente und manchmal auch noch Sekt und Häppchen für Kunst-, Kultur-… und damit auch für Literaturabende zur Verfügung…
Und die kleinen Buchläden, die einfach nicht den Platz für eine große Lesung haben, die kann man manchmal mit etwas Glück auch ins Boot holen… vielleicht hat die Buchhändlerin gerade oder auch vor einem Jahr ein neues Auto gekauft. 2009 ist es ja fast ein Wunder, wenn ein Auto mit mehr als 10 Tausend Kilometern die Abwrackprämie überleben konnte. Und dann erzählt sie ihrem Händler, der hoffentlich nicht die Gehlfrisur mit Sonnenbrille trägt und an der längst durch die neue Umgehungsstraße stillgelegten Ausfallstraße im Container hinterm Maschendrahtzaun sitz, von einem jungen Autor… und schon hat man Autohaus und Buchhandlung gemeinsam im Boot.
Aber am besten passt es noch, wenn man an eben jenen Orten, die man als Schauplatz für sein(e) Buch (Bücher) gewählt hat, eine Lesung anbietet. Mitten in der Natur vor einer Höhle, in einer Burg oder auch mitten in einer Stadt. Menschen wollen sehen, was von den Geschichten wirklich existiert. Wir sind nicht alle so gutgläubig, dass wir alles für wahr halten können nur weil wir es schwarz auf weiß gedruckt in der Hand halten und es ein Jemand aufgeschrieben hat… selbst wenn es spannend war. Und genau da kann der Autor einsteigen. Zeigen, was man weiß, was man sah, was nicht existiert… das schafft nicht nur Atmosphäre…es schafft Bindungen und der Kunde wird zum ‚Wiederholungstäter', er kauft auch ein weiteres Buch. Er glaubt an den Autor. Und der wird ihn doch beim zweiten Buch nicht enttäuschen?
Ich hatte mal einen lustigen Anruf von einer Leserin, die mich auf einer Lesung kennen lernte. „Wissen Sie, Herr Jahnke, ihr Buch ‚Ausgelöscht' ist gar nicht gut!“ Ich war geschockt… was meinte sie? „Mein Mann kommt gar nicht mehr von der Toilette und liest die ganze Zeit!“ Na, inzwischen liest er ‚Stulpenburgk'… und seine Frau verzeiht ihm. Und mir auch!

LitNews: Was lesen Sie selbst gern, wenn Sie einmal Zeit dazu finden?
Stefan Jahnke: Durch meine Mitgliedschaft in verschiedenen Foren habe ich viele Autoren kennen gelernt. Und deren Bücher lese ich. Ich denke da an Lutz Rocktäschel aus Berlin, die Fantasiewelten von Aileen P. Roberts, Kerstin Zussy aus Hamburg oder auch die bewegende Geschichte von Daniela Bär aus Bayern. Und wenn dann noch Zeit ist, lese ich regionale Literatur. Dresden, Sachsen usw. Und Abenteuer. Das also, wo das Gute siegt. Zum Abspannen und Kraft tanken. Denn leider siegt nicht immer das Gute. Das zeigen auch meine Bücher. Heute, gestern… und sicher auch morgen.

LitNews: Gibt es aktuelle Projekte, an denen Sie zurzeit arbeiten?
Stefan Jahnke: Natürlich! Ich bin gerade im Genre „Was wäre wenn…“, worauf mich der Film ‚Vaterland' vor Jahren brachte. Nein, die Nazizeit habe ich nicht vor irgendwie aufzuarbeiten. Dazu ist das Thema zu grausam. Aber in der Sächsischen Geschichte gibt es Themen, die sicher vieles hätten verändern können, wenn sich bestimmte Personen zu bestimmten Zeiten anders entschieden hätten. Denken Sie an die Mätresse des Kurfürsten August dem Starken, Reichsgräfin Cosel. Wenn sie die Schreiben mit dem Eheversprechen nicht an August zurück gegeben hätten… was wäre denn passiert? Hätten wir heute Wettiner, die sich seit Jahren wie ein Dauerlacher um die Folge auf einem Thron streiten, den es nicht mehr gibt?
Interessanter Fall für meinen Kommissar Zech. Entschuldigung… Hauptkommissar… seit ISERGOLD zumindest.

LitNews: Im Bereich Ihrer schriftstellerischen Karriere, welche Ziele haben Sie?
Stefan Jahnke: Was möchte man gern erreichen? Viel natürlich! Was können Sie mir anbieten? Nein, war Spaß. Natürlich stehe ich mit den Beinen fest im Leben. Und den Literaturnobelpreis… den haben andere verdient. Aber mit seinen Büchern ein kleines Stück mitbewegen… das ist es doch. Prof. Dr. Gerd von der Oelsnitz sucht zumindest nach Parallelen und weiteren Beweisen zwischen dem wahren Hans von der Oelsnitz aus dem 15. Jh. und dem, den ich in ‚Felssturz' anhand meiner Recherchen beschrieb. Und das ist es doch… anregen, teilhaben… und ein klein wenig Erfolg ist auch nicht schlecht. Schon allein die Arbeit mit Radio, Fernsehen, Film allgemein, der Presse, den Buchhändlern… das ist spannend. Und wenn mehr daraus wird… wer wird sich dem verschließen? Immer wichtig: Es muss Spaß machen und man muss noch zu seinen Werken stehen können. Stress? Ja, natürlich. Aber gesunder Stress hat noch nie geschadet. Denn das neue Buch in der Hand zu halten… Sie sehen… ich habe noch Ideale.

LitNews: Welchen Rat würden Sie Nachwuchsautoren mit auf den Weg geben wollen?
Stefan Jahnke: Wer zu seinem Werk steht darf nicht aufgeben. Berühmte Sprichwörter zu zitieren bringt nicht viel… ‚Rom wurde nicht…', ‚Es ist noch kein Meister…'
Ein Manuskript wird nicht beim ersten, vielleicht nicht einmal beim einhundertsten Verlag angenommen. Und doch gibt es Hoffnung. Ist das Buch gut, dann muss es auf den Markt. Und wenn es per Demand-Verlag passiert, dann ist das doch gut. Vorsichtig wäre ich nur mit Verlagen, die drei bis vier Stellen beim Preis für die einfachste Veröffentlichungsmöglichkeit vor dem Komma stehen haben. Dann sollte die Leistung auf jeden Fall mit der anderer, ähnlicher Anbieter verglichen und im Internet recherchiert werden.
Und was das öffentliche Auftreten angeht… ich habe Autoren erlebt, die hatten Angst vor der ersten eigenen Lesung. Und dann jubelten die Zuhörer… eben weil gerade sie so tief in ihrem Werk steckten.
Wer verbietet es einem Autor, seinen Werbetext selbst auf Flyer zu drucken… im Copyshop für ein paar Cent je Exemplar möglich… und dann selbst in seiner Stadt, auf Messen, in Geschäften, im Urlaub und bei Geschäftspartnern zu verteilen? Niemand! 20 tausend Flyer habe ich so im ersten Jahr meines Schreibens verteilt. Bekannt bin ich nun überall da wie ein bunter Hund… und man kauft diese Bücher. Nicht wie warme Semmeln aber besser und schneller als manches Bleiexemplar eines renommierten Autors und eines großen Verlages im noch größeren Buchgeschäft. Selbst werben, sich davor nicht scheuen… wichtig!
Dazu gehört Mut… das sagt sich einfach. Aber wer die Panik vor dem ersten guten Wort auf dem sogenannten weißen Blatt Papier vor ihm auf dem Tisch überwunden hat, der hat Mut.
Dranbleiben, Selbstvertrauen usw. Alles richtig. Alles falsch.
Machen. Das ist es. Und sein Werk fühlen können. Das macht Spaß. Und Spaß wollen wir doch alle.

LitNews: Man sagt immer, es gibt Bücher, die muss man einfach gelesen haben. Können Sie uns drei nennen?
Stefan Jahnke: Jetzt kommt es. Und man wird mich nicht verstehen! Es gibt einen Schriftsteller aus Deutschland, der heute noch zu den meistverkauften zählt, obwohl er schon 1912 starb.
Wer? Karl May! Und er hat in seinem Schaffen eine Wandlung vollzogen, die jeden von uns Autoren nur mit den Ohren schlackern lässt. Gerade sein Spätwerk gibt Rätsel auf, stimmt nachdenklich, befreit ihn auch vom ewigen Image des Nur-Jugendschriftstellers.
Im Reiche des Silbernen Löwen Band Drei und Vier… Man sollte Eins und Zwei vorher gelesen haben.
Und für die, die es nicht ganz so mysteriös, aber auch abenteuerlich mögen:
C.W. Ceram – Götter, Gräber und Gelehrte, das ist zwar auch spannend, aber authentisch.
Ansonsten lese ich gern Kazantzakis, so die Bücher um Kreta wie ‚Freiheit oder Tod'

LitNews: Welches Werk eines berühmten Schriftstellers hätten Sie gern geschrieben?
Stefan Jahnke: Nein, so vermessen bin ich nicht. Ich wollte mal ‚Kapitaen Kaiman' von Karl May fortsetzen. Da war ich gerade 14. Sie wissen. DDR. Karl May war da bis Mitte der Achtziger out und dann auch nur in Zuteilungen des Verlages Neues Leben zu bekommen. So entstand der Drang zum Schreiben… war spannend und prägend.
Aber ansonsten habe ich nicht den Drang, jemandem die Story zu klauen.

LitNews: Es gibt in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland eine ganze Reihe von Autoren-Foren. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Halten Sie Foren für sinnvoll?
Stefan Jahnke: Leider ist unsere Welt heute sehr auf das Internet ausgerichtet. Kaufe ich einen MP3-Player, so muss ich eventuell alle nötige Software dazu – ich meine nicht die Musik, sondern die Einrichtungssoftware – aus dem Netz laden.
Und die Kinder sind auch viel zu gern virtuell unterwegs. Man trifft sich für 6-8 Stunden in der Schule uns chattet dann zuhause mit eben jenen Freunden noch bis zum Abend. Ist das normal? Aber… und das ist wichtig… Kontakte können gut geknüpft werden.
Mir fallen dann Foren wie KunstFlur.com oder Buecher-Forum.com ein. Dort treffen sich Künstler und Konsumenten, Firmen und Dienstleister. Und man kommt ins Gespräch. Das ist gut. Werbung ist bekanntlich teuer. Man kann sie im Netz der Netze vereinfachen. Man darf sich aber auch zusammen finden und gemeinsam die Werbetrommel rühren, sich austauschen und über aktuelle Projekte diskutieren. Darum… wo es Sinn macht und man verantwortlich mit seinen Daten und den Rechten Anderer umgeht… ist eine Forenmitgliedschaft dann genau richtig. Und, liebe Forenbetreiber, es reicht nicht ein paar Regeln aufzustellen. Man muss sie auch kontrollieren und selbst leben. Die genannten Foren machen das und sind damit sehr positive Beispiele.
Foren: Ja! … Zumindest wenn man weiß was man tun will… und es dann auch richtig tut.

Ich stelle gern meine Bücher in Foren vor. Dort ist es nicht so einsam, denn man schreibt nicht nur seinen text, sondern bekommt auch ein Feedback… das kann bis hin zur gemeinsamen Lesung gehen, wie ich es durch das o.g. Buecher-Forum.com erleben durfte.
Dort habe ich zum Beispiel ‚Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter' sehr erfolgreich platzieren können und möchte auch bei ihnen dazu noch die Werbetrommel rühren.

Link direkt zu ‚Hohburg – Ein Schatz und seine Hüter'

Link direkt zu ‚Romantische Führung durch die alte Hohburg

Mehr zu diesem Buch, zum Beispiel auch eine Leseprobe, oder auch zu mir und weiteren Büchern aus meiner eher elektronischen Feder finden Sie auf meiner Homepage unter

www.stefan-jahnke.de

Und wenn Sie noch mehr wissen wollen, dann können Sie mir auch gern eine eMail schreiben. Am einfachsten an info@stefan-jahnke.de.

Vielen Dank, dass ich mich bei ihnen vorstellen durfte.

Das Interview führte Renate Behr

 

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